Methode
Tankwächter veröffentlicht täglich eine Rangliste von Tankstellen. Wer so etwas tut, muss auf Nachfrage sagen können, wie die Reihenfolge zustande kommt. Diese Seite beschreibt die Regel – vollständig und mit den Werten, nach denen die Anwendung tatsächlich rechnet.
Woher die Preise kommen
Alle Preise stammen aus der Tankerkönig-Spritpreis-API. Diese gibt die Meldungen der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) beim Bundeskartellamt weiter, an die Tankstellen ihre Preise melden müssen.
Tankwächter liest ausschließlich diese Schnittstelle aus. Es werden keine Webseiten ausgelesen und keine anderen Quellen hinzugemischt. Steht ein Preis nicht in der Schnittstelle, hat Tankwächter ihn nicht. Die Lizenzangabe steht im Fuß jeder Seite.
Welche Stationen gewertet werden
Eine Auswertung besteht aus zwei Angaben: einem Bezugspunkt – ein Ortsteil oder eine Ortsmitte – und einem Umkreis. Wählbar sind 5, 10, 15 und 20 Kilometer. Gewertet wird jede Station, deren Luftlinien-Entfernung zum Bezugspunkt innerhalb des Umkreises liegt.
Maßgeblich ist allein die Entfernung, nicht die Gemeindegrenze. Eine Station der Nachbargemeinde ist dabei, wenn sie näher liegt als eine Station am anderen Ende der eigenen Stadt. Daraus folgt zweierlei, das manchen überrascht:
- Unter dem Namen einer Stadt können Stationen erscheinen, die verwaltungsmäßig nicht dazugehören.
- Dieselbe Station kann in mehreren Ranglisten auftauchen – und dort auf unterschiedlichen Plätzen stehen, weil sie mit einem anderen Umfeld verglichen wird.
Erfasst wird nicht Station für Station, sondern über Abfragepunkte: feste Koordinaten, um die herum die Schnittstelle die Stationen eines Radius liefert. Große Städte brauchen mehrere davon. Eine Station wird ausgewertet, sobald sie im Bereich mindestens eines Abfragepunkts liegt.
Wann gemessen wird
Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen in Deutschland ihren Preis nur noch einmal täglich um 12:00 Uhr erhöhen. Senken dürfen sie jederzeit. Genau um diesen einen erlaubten Aufschlag geht es hier. Was die Regel sonst noch bedeutet, steht im Ratgeber zur 12-Uhr-Regel.
Tankwächter misst deshalb zweimal am selben Tag:
- vorher – ca. 11:55 Uhr
- nachher – ca. 12:15 Uhr
Beide Zeiten sind Näherungen, deshalb steht überall „ca." davor: Die Messläufe starten mit einer zufälligen Verzögerung von wenigen Minuten, um die Schnittstelle nicht sekundengenau zu belasten, und die Meldung einer Station erreicht die Schnittstelle ihrerseits mit Verzug. Die Messung nach 12:00 liegt bewusst einige Minuten später als der Erhöhungszeitpunkt – zu früh gemessen, wäre die Erhöhung noch nicht angekommen und der Aufschlag fälschlich null.
Der 12-Uhr-Aufschlag
Die Kennzahl, nach der sortiert wird, ist denkbar einfach:
Aufschlag = Preis nachher − Preis vorher
Sie wird je Station und je Sorte gebildet. In der sortenübergreifenden Liste („Alle Sorten") steht der Durchschnitt über die Sorten, die an dieser Station an diesem Tag gemessen wurden. Wer eine einzelne Sorte wählt, sieht deren Aufschlag unvermischt.
Oben steht, wer am wenigsten erhöht hat – nicht, wer am billigsten ist. Das ist Absicht: Tankwächter bewertet das Verhalten am Mittag, nicht das allgemeine Preisniveau. Angezeigt werden die 10 bestplatzierten Stationen eines Umkreises.
Ein Aufschlag von 0,00 bedeutet, dass zwischen beiden Messungen keine Änderung ankam. Das ist der Regelfall bei Stationen, die mittags nicht erhöhen – kann aber auch heißen, dass eine Station an diesem Tag gar nichts gemeldet hat. Ein pauschaler Ausschluss aller Null-Werte träfe deshalb überwiegend genau die Stationen, für die Tankwächter wirbt. Sie bleiben in der Liste; ist die Datenlage unklar, steht das als Hinweis an der Station. Wie Tankwächter die Fälle auseinanderhält, steht weiter unten.
Die Preis-Schranke
Der Aufschlag misst eine Änderung, keinen Preis. Eine dauerhaft teure Station hat nach oben wenig Luft und erhöht mittags entsprechend wenig – sie stünde ohne Gegenmaßnahme systematisch oben in der Liste. Genau das ist vorgekommen: An einem Tag stand in Köln eine Station auf Platz 1, die 47 Cent je Liter teurer war als Platz 2.
Deshalb gilt eine Schranke. In die Rangliste kommt nur, wessen Preis nach 12:00 höchstens 5 Cent über dem Median des Gebiets liegt.
Der Median ist der mittlere Wert einer der Größe nach sortierten Reihe: Sortiert man alle gewerteten Preise, steht der Median genau in der Mitte – eine Hälfte liegt darunter, die andere darüber. Er ist hier dem Durchschnitt vorzuziehen, weil einzelne Ausreißer nach oben den Durchschnitt mitziehen, den Median aber kaum bewegen. Er wird je Gebiet und je Sorte über dieselbe Menge gebildet, die auch gerankt wird.
Die Schranke kann eine Liste nie leeren: Mindestens die Hälfte aller Stationen liegt definitionsgemäß auf oder unter dem Median.
Die Kennzahl über der Liste – der durchschnittliche Aufschlag des Gebiets – wird bewusst ohne diese Schranke gerechnet. Sie beschreibt den Tag, nicht die Empfehlung, und bezieht deshalb alle Stationen ein.
Wenn die Messung nicht trägt
Bis hierher stand, wie gerechnet wird, wenn alles vorliegt. Das ist nicht jeden Tag der Fall. Eine Station meldet nichts, eine Meldung kommt zu spät, ein Messlauf fällt aus. Dann steht in der Rechnung eine Zahl, die richtig aussieht und nichts belegt.
Der folgende Teil beschreibt, was Tankwächter in diesen Fällen tut. Die Leitlinie ist dieselbe überall: benennen, was gemessen wurde, und keine Ursache behaupten. Ob eine Station nicht erhöht hat oder nur nichts gemeldet hat, sieht in den Daten gleich aus – und dann steht das auch so da.
Ein Aufschlag von genau 0,00
Der auffälligste Fall ist der wichtigste, weil er die Spitze der Liste betrifft. Eine Station mit einem Aufschlag von exakt 0,00 hat zwischen den beiden Messungen keine Preisänderung gemeldet. Das kann zweierlei heißen: Sie hat mittags nicht erhöht – oder sie hat an diesem Tag überhaupt nichts gemeldet.
Beide sehen in der Kennzahl identisch aus. Unterschieden werden sie über einen dritten Wert, der ohnehin vorliegt: den Preis vor 12:00 im Vergleich zum letzten Preis des Vortags.
| Preis vor 12:00 gegenüber gestern Abend |
Was das belegt | Hinweis an der Station |
|---|---|---|
| günstiger | Die Station meldet und hat mittags nicht erhöht. | vor 12 Uhr günstiger als gestern |
| teurer | Der Preis stieg vor der Messung. Das 0,00 verdeckt ihn. | vor 12 Uhr teurer als gestern |
| unverändert | Kein Lebenszeichen – echt flach oder nicht gemeldet. | Datenlage unsicher |
Der mittlere Fall ist der heikle: Ein höherer Vormittagspreis kann eine Erhöhung vor dem Messfenster sein oder eine Meldung von gestern, die verspätet ankam. Welches von beidem, lässt sich aus diesen Werten nicht entscheiden – deshalb steht dort, was gemessen wurde, und nicht, was vermutlich passiert ist.
Diese Einordnung ändert die Reihenfolge nicht. Sie steht als Hinweis an der Station, mehr nicht. Eine Station auf einen Verdacht hin aus der Liste zu werfen träfe auch die, die nichts falsch gemacht haben – das ist die schlechtere Fehlerrichtung.
Zur Einordnung der Größenordnung: Vom 26. August bis zum 1. September 2026 wurden 156 solcher Nullwerte gemessen. 81 davon entfielen auf Stationen mit eingefrorenem Preis, 92 auf lediglich sieben Stationen. Ein Aufschlag von 0,00 ist häufiger ein fehlendes Lebenszeichen als ein vorbildlicher Betreiber – auch das ein Grund, ihn nicht kommentarlos als Bestleistung auszuweisen.
Eingefrorene Preise
Manche Stationen melden über Tage hinweg denselben Preis, auf den Zehntel Cent genau. Eine geöffnete Tankstelle bewegt sich praktisch täglich; ein über Tage unveränderter Wert deutet deshalb darauf hin, dass keine frischen Daten ankommen.
Bleibt der Preis einer Station für eine Sorte über 3 Tage oder länger exakt gleich, wird diese Sorte aus der Rangliste genommen. Sonst stünde sie mit ihrem unbewegten 0,00 dauerhaft an der Spitze und verdrängte Stationen, die tatsächlich gemessen wurden.
Das ist eine Faustregel, keine Gewissheit: Eine Station, die wirklich tagelang denselben Preis hält, wird davon mit erfasst. Der Preis dafür ist hinnehmbar – sie fehlt in der Liste, statt dass eine tote Meldung sie anführt. Betroffen ist immer nur die einzelne Sorte, nicht die ganze Station.
Tage ohne verwertbare Messung
Fällt eine Messung nicht für eine Station aus, sondern für alle, ergibt die Rangliste des Tages keinen Sinn mehr. Genau das ist am 15. August 2026 passiert: Die Messung nach 12:00 lief, erwischte aber flottenweit noch die Vormittagspreise. Rechnerisch hatte an diesem Tag keine einzige Station erhöht.
Tankwächter erkennt solche Tage an zwei Bedingungen:
- Es kommt keine einzige Station in die Wertung, oder
- der Anteil der Nullwerte erreicht 100 % aller gemessenen Aufschläge.
Dann wird keine Rangliste erzeugt und keine versendet. Stattdessen geht ein Hinweis heraus, dass die Daten des Tages nicht tragen. Für diesen Tag wird auch nichts gespeichert – er erscheint später weder in der Grafik noch beim Zurückblättern.
Eine Empfehlung auszusprechen, von der bekannt ist, dass sie auf einem Messfehler beruht, wäre der teuerste Fehler dieses Dienstes. Lieber keine Aussage als eine falsche.
Was zusätzlich gemessen wird
In die Kennzahl gehen zwei Messungen ein – vorher und nachher. Gemessen wird häufiger:
- ca. 11:30 Uhr
- ca. 11:45 Uhr
- ca. 11:55 Uhr – der Wert „vorher" der Kennzahl
- ca. 12:15 Uhr – der Wert „nachher" der Kennzahl
- ca. 12:25 Uhr
Die zusätzlichen Messungen belegen, was um das Messfenster herum passiert ist. Die frühen zeigen, ob eine Station bereits vor dem Messfenster erhöht hat – eine Bewegung am selben Vormittag kann keine verspätete Meldung von gestern sein. Die späten zeigen eine Erhöhung, die erst nach dem Messfenster kam.
Die Kennzahl bleibt trotzdem „nachher minus vorher". Das Messfenster zu verbreitern würde die Zahlen ab Ende August unvergleichbar mit allen früheren machen: Für die Tage vor dem 26. August 2026 existieren die zusätzlichen Messpunkte nicht und werden nie existieren. Die Grafik auf Trends zerfiele in zwei Hälften, die nichts miteinander zu tun haben.
Erhöhung nach dem Messfenster
Eine Station, die erst nach der zweiten Messung erhöht, hätte mit einem Aufschlag von 0,00 in der Liste gestanden – zu einem Preis, den es bei der Ankunft nicht mehr gab. Das ist nicht theoretisch: Am 28. und am 31. August 2026 traf es vier Stationen, mit 15,0 und 22,0 Cent je Liter.
Deshalb gilt seither zweierlei:
- Angezeigt wird der zuletzt gemessene Preis, nicht der aus dem Messfenster – zusammen mit der Uhrzeit, zu der er galt. Die Zeit steht an jeder Station und gehört immer zu dem Preis daneben.
- Die spätere Erhöhung zählt für die Reihenfolge mit. Eine Station mit einem Aufschlag von 0,00 und 15 Cent danach wird einsortiert wie eine Station, die 15 Cent erhöht hat.
Der Aufschlag selbst nennt weiter das Messfenster; daneben steht dann, was danach gemessen wurde. Ohne diesen Zusatz sähe die Zeile wie ein Widerspruch aus – ein Aufschlag von null neben einem Preis, der über dem Vortag liegt.
Eine Senkung nach dem Messfenster steht ebenfalls im angezeigten Preis, bekommt aber keinen Hinweis. Sie kostet niemanden etwas: Wer hinfährt, zahlt weniger als angekündigt.
Fällt die späte Messung aus, gibt es diesen Hinweis nicht – und das bedeutet ausdrücklich nicht, dass keine Station erhöht hat. Es bedeutet, dass an diesem Tag nicht nachgesehen wurde. Für alle Tage vor dem 26. August 2026 gilt das durchgehend.
Zurückgeblätterte Tage
Auf der Tages-Empfehlung lässt sich zurückblättern. Ein zurückliegender Tag zeigt die heute gültige Regel, angewandt auf die damals gemessenen Preise – nicht die Rangfolge, die an jenem Tag angezeigt wurde.
Ändert sich die Bewertung, ändern sich damit auch die vergangenen Tage. Das ist die ehrlichere Variante: Es gibt zu jedem Zeitpunkt genau eine Regel, und alle Tage sind untereinander vergleichbar. Der Preis dafür ist, dass ein geteilter Link auf einen alten Tag später eine andere Reihenfolge zeigen kann als beim Teilen.
Diese Regel hat eine Grenze: Sie funktioniert nur, solange die alten Daten die neue Bewertung hergeben. Eine Änderung, die zusätzliche Messpunkte voraussetzt, lässt sich nicht rückwirkend anwenden. Solche Änderungen werden hier benannt, statt die Zeitreihe stillschweigend zu brechen.
Preismessungen werden 400 Tage aufbewahrt; weiter zurück reicht die Auswertung nicht.
Keine Personendaten in der Rechnung
In diese Auswertung geht nichts ein, was zu einer Person gehört. Ein Abo besteht aus einem zufälligen ntfy-Topic und einem Bezugspunkt, der auf rund einen Kilometer gerundet gespeichert wird – ausreichend für einen Umkreis, zu grob für eine Adresse. Wer die Seite nur liest, hinterlässt nichts.
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